Loacker für Fraktion GEMEINSAM-UG nicht mehr tragbar.

(25.6.2015) Alternativgewerkschafter/innen fordern Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Einkommens- und Personalausgleich.

„Wie lange schauen FCG aber auch FSG da noch zu?“ fragt sich Alternativgewerkschafter Mario Lechner. Norbert Loacker, Landesvorsitzender des ÖGB Vorarlberg, hat sich in den letzten Tagen in der Debatte um eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung einmal mehr offen gegen die Positionen der Gewerkschaften gestellt und gemeinsame Sache mit dem Präsidenten der Industriellen-Vereinigung Martin Ohneberg gemacht. „Das muss doch auch für Christgewerkschafter und -gewerkschafterinnen, aber auch für Sozialdemokratinnen und -demokraten unerträglich sein, wenn wir lesen müssen, wie unser Landesvorsitzender eins zu eins die Positionen der Arbeitgeberseite herunterbetet und sich unsolidarisch gegen wesentliche, bundesweite Gewerkschaftsbeschlüsse stellt, die auch von den Vorarlberger Gewerkschaften mitgetragen werden, unsolidarisch aber auch gegenüber der wachsenden Zahl an Arbeitslosen.“

Für Mario Lechner, stellvertretender Sprecher der ÖGB-Fraktion GEMEINSAM-Unabhängige Gewerkschafter/innen, hat sich Loacker als Gewerkschaftsfunktionär schon des Öfteren disqualifiziert. Das werde auch von vielen in seiner eigenen Fraktion und bei den Christgewerkschafter/innen so gesehen: „Offensichtlich wollen die aber das Problem einfach aussitzen, bis Norbert Loacker endlich in Pension geht. Angesichts von steigender Arbeitslosigkeit, steigendem Arbeitsdruck, Atypisierung, Prekarisierung und Armut, fehlt uns aber die Zeit dafür. Wir brauchen jetzt einen Landesvorsitzenden oder eine Vorsitzende, der oder die unsere Interessen vertritt!“

Arbeit FAIRteilen, Arbeitszeit FAIRkürzen: 30 Stunden sind genug!

Die alternativgewerkschaftliche Fraktion GEMEINSAM-UG tritt daher für eine Verkürzung der Arbeitszeit in Richtung 30 Stunden ein: „Vor vierzig Jahren fand die letzte allgemeine Arbeitszeitverkürzung auf 40 Stunden wöchentlich statt. Eine langjährige Forderung der Arbeiterbewegung wurde damals umgesetzt. Vierzig Jahre später ist es höchste Zeit, weitere Schritte für eine gerechtere Verteilung von Arbeit, Zeit und Geld zu setzen. Wir fordern eine umfassende Verkürzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit in Richtung 30-Stunden-Woche bei vollem Einkommensausgleich und einem entsprechenden Personalausgleich,

  • weil wir uns das angesichts des enormen Produktivitätszuwachses in den letzten Jahrzehnten bei gleichzeitig stagnierender Reallohnentwicklung schon erarbeitet haben,
  • weil nur so die traditionelle Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern mit ungerechter Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgebrochen werden kann,
  • weil wir alle einen Ausgleich für belastende Arbeitsbedingungen brauchen, weil lange Arbeitszeiten krank machen,
  • weil damit Arbeitsplätze geschaffen werden und
  • weil dadurch Arbeit, Einkommen, Chancen und soziale Absicherung gerechter verteilt werden.“

GEMEINSAM-UG

ist eine im ÖGB Vorarlberg anerkannte Fraktion und Teil der bundesweiten Fraktion UG – Unabhängige Gewerkschafter/innen. GEMEINSAM-UG ist sowohl im ÖGB-Landesvorstand als auch in den Leitungsgremien der Landesorganisationen von GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten – Druck, Journalismus, Papier), Produktionsgewerkschaft und GdG-KMSfB (Gemeindebedienstete, Kultur, Medien, Sport, freie Berufe) vertreten. Ebenso finden sich UG-Funktionär/innen in der Gewerkschaft öffentlicher Dienst und Vida. GEMEINSAM stellt auch vier Kammerräte und -rätinnen in der Vollversammlung der Arbeiterkammer Vorarlberg.

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